Der Superheld in deinem Kopf

Hast Du heute schon deinem persönlichen Superhelden „Hallo“ gesagt?

Guten morgen Chuck

Ich spreche vom Chuck Norris, Colt Seavers, Superwoman oder He-Man in deinem Kopf, der oder die immer alles schafft und sich hinterher noch mal auf die Schultern klopft, wenn alles zur vollsten Zufriedenheit erledigt ist. Wenn du ihn noch nicht kennst, solltest du ihn mal suchen gehen. Er sitzt irgendwo und wartet nur darauf, mit dir Bekanntschaft zu machen.

Nein, ich spinne nicht. Ich spreche von Zwiegesprächen mit dir selbst. Oder von Selbstgesprächen. Und die sollen – wissenschaftlich belegt – sehr gut für die seelische Gesundheit sein.

Sich einen persönlichen Superhelden anzuschaffen, der auf deiner Schulter sitzt und dir regelmäßig „Chacka“ zuruft, ist also gar nicht so doof. Höre einfach mal in dich rein, wer sich meldet. Übrigens können bei dir ganz unterschiedliche Superhelden wohnen – sie können auch Comic-Figuren, real existierende Personen oder ziemlich schräge Vögel sein – ein jähzorniger, pickeliger, rotnasiger Giftzwerg kann auch mal ganz hilfreich sein.

Ein Superheld bleibt nicht immer allein – das innere Team

Hast du schon mal vom inneren Team gehört? Klingt nach „ziemlich Stimmung im Oberstübchen“ und das trifft wohl zu. Erfunden wurde das Ganze von Friedemann Schulz von Thun, der sich auch sonst viel clevere Dinge ausgedacht hat. Laut Wikipedia wird dieses wie folgt beschrieben:

“ Beim inneren Team und seinen inneren Teammitgliedern handelt es sich um eine Metapher, die sich in der Selbstklärung als nützlich erwiesen hat. Jedes innere Teammitglied steht dabei für einen inneren Teil oder Aspekt der gesamten Persönlichkeit. Es ist weder im Sinne multipler Persönlichkeiten eine plurale Teilpersönlichkeit, noch ist es mit Gefühlen oder Verhaltensweisen zu verwechseln…. Jedes Teammitglied will immer nur das beste für den Teamchef. Sie unterscheiden sich auf vielfältige Weise – sie sind laut oder leise, melden sich schnell oder langsam, sind dominant im Außenkontakt oder zeigen sich nur nach innen, wo sie als Gedanke, Gefühl, Impuls, Stimmung oder Körpersignal auftreten. Zwischen Teammitgliedern herrscht eine ähnliche Gruppendynamik wie im äußeren Leben auch. „

Vielleicht lädst du öfter mal ein paar Teammitglieder zu einer Teamsitzung ein, wenn eine größere Entscheidung ansteht und hörst mal zu, was sie zu sagen haben. Vielleicht kommt ja auch dein persönlicher Superheld zu Wort.

Embodiment.. Oder Brust raus – Bauch rein

Und zu guter letzt… Bring dich in die richtige Körperposition – ob dir danach ist oder nicht. Wurscht. Gefühle und Gedanken werden durch körperliche Empfindungen beeinflusst.

Fritz Strack (Strack et al., 1988) ließ Probanden einen Bleistift entweder quer mit den Zähnen in den Mund nehmen (stimuliert die Muskeln, die fürs Lächeln benötigt werden) oder nur mit den Lippen berühren (eher trauriger Gesichtsausdruck). Die Versuchspersonen in der „lächelnden“ Bedingung beurteilten Comics lustiger als die anderen. Unbewußtes Benutzen der Lächel-Muskeln hebt also schon die Stimmung.

Krummen Rücken machen macht schlechtere Stimmung als eine gerade Haltung? Kleine Power-Pose (die Haltung eines Superhelden annehmen) – heimlich vor dem Meeting? Auch wenn neuere Forschungsergebnisse die Power Poses nicht mehr eindeutig replizieren konnten. Ich bleibe der Meinung, dass es hilft, mit einer positiven Stimmung ins Meeting zu gehen.

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